Erste Herren startet stark in die Rückserie

Souveräner Heimsieg gegen Westercelle am Samstag

Kantersieg verschafft etwas Luft zur Abstiegsregion

Die erste Herren des TSV ist am vergangenen Wochenende mit einem nie gefährdeten 9:2-Heimsieg gegen den Tabellennachbarn aus Westercelle in die Rückrunde gestartet.

Bereits in den Auftaktdoppeln konnte eine 2:1-Führung erspielt werden, die das Team bis zum Siegpunkt an diesem Tag verteidigen sollte. Lediglich Lesiv und Bleidistel unterlagen der gegnerischen Spitzenpaarung Brinkop und Oetken in vier Sätzen. Etwas überraschend gelang den beiden Daniels in Doppel 3 ein Dreisatzerfolg über Bruns und Weber.

Dieser Überraschung schloss sich direkt eine überaus überzeugende Vorstellung  des oberen Paarkreuzes an. Gintas Juchna ließ gegen Oetken ebenso wenig anbrennen wie Youngster Rimas Lesiv gegen Lukas Brinkop.

Auch Andrius Preidzius agierte formstark nach der Winterpause und ließ Bruns zwei Sätze lang nicht zur Entfaltung kommen. Dann stellte er allerdings unnötigerweise auf den Entspannungsmodus um und konnte letzten Endes seinen stärker werdenden Gegner nur denkbar knapp in fünf Durchgängen niederhalten.

Am Nebentisch kassierte der an sich von seiner Verletzung nicht mehr beeinträchtigte Daniel Argut eine deutliche Niederlage gegen den Schweden Berglund. Leider war weder das Service, noch das grundsätzliche Spiel Berglunds für den Hagenburger Vierer gewinnbringend lesbar.

Unten spielte Daniel Degener in seinem bis dato klar besten Saisonspiel groß auf gegen den deutlich favorisierten Jannik Weber. Nicht einen Satzgewinn konnte der Westerceller verbuchen, da Degener wie entfesselt aufspielte und die eigene Fehlerquote kurzzeitig aus seinem Spiel entfernte.

Auch Nils Bleidistel zeigte sich blendend aufgelegt und kämpfte den jungen Laurids Wetzel in fünf engen Sätzen zur 7:2-Vorentscheidung nieder.

Den Heimsieg sicherte dann das starke obere Paarkreuz; Gintas Juchna spielte gegen einen durchaus gefälligen Lukas Brinkop erneut hervorragend und besorgte den achten Hagenburger Punkt, während Lesiv am Nebentisch ordentlich beißen musste, um Andres Oetken in einem emotionalen Duell zum 9:2 für den TSV niederzuhalten.

 

Ein Dank geht an die zahlreichen Zuschauer und das Betreuerteam sowie an die Abteilung „Kantine.“

Unglückliche Niederlage beim MTV Jever am Sonntag

Spektakel um fragile Plastikbälle und bizarre Tischtennisregeln - Gintas Juchna Mann des Tages

Auf der langen Rückfahrt aus Jever beherrschten gemischte Gefühle die Gedanken der TSV-Delegation. Einerseits hatte man eine fantastische Mannschaftsleistung abgeliefert und absolut alles gegeben an diesem kalten Sonntag, während man andererseits dem ausgebliebenen großen Befreiungsschlag und einem verpassten Punktgewinn an diesem Tag hinterher trauerte.

Begonnen hatte das Spiel unspektakulär mit einem 1:2 nach den Doppeln. Lediglich Juchna und Preidzius hatten Zählbares gegen Pfaffe/Kohlrautz beigesteuert, während die anderen beiden Hagenburger Paarungen ohne Satzgewinn zur Bank zurückkehrten.

Nun kam es zum ersten hitzigen Duell des Tages zwischen Lesiv und Milovanov. Beim Stand von 1:2 und 11:10 aus Lesivs Sicht gelang dem jungen Litauer ein sehenswerter Punkt, bei dem er den Weißrussen nach hinten trieb und dieser dann den Ball mit der Kante ins Aus beförderte. Da der Ball aber eben dabei deutlich hörbar kaputt ging, pochten die Jeveraner Spieler auf eine Wiederholung des Ballwechsels. Nach einigen Diskussionen ließ sich die Hagenburger Bank überzeugen, dass dies der Regel entspricht. Der junge Litauer zeigte derweil absolut keine Nerven und ergatterte Satz vier dennoch.

Leider ereignete sich ein vergleichbares Ereignis im fünften Satz erneut und wieder wurde ein Ballwechsel zu Ungunsten des in diesem Moment fassungslos schauenden Lesiv erneut ausgespielt. Insgesamt zeigte Lesiv trotz aller Unruhe beeindruckende Nervenstärke und eine ausgezeichnete Leistung, musste aber im fünften Satz etwas entnervt den ebenfalls fulminant aufspielenden Milovanov davon ziehen lassen.

Am Nebentisch ging es zwischen Gintas Juchna und dem Ägypter Walaa El-Din nicht minder hochklassig zu. Zeitweise erinnerte die Lautstärke in diesem durchaus fairen Duell eher an ein Slipknot-Konzert als an ein Punktspiel im Tischtennis, was aber die Spannung nur nährte, die Gintas Juchna löste, als er sich mit phänomenalen Vorhand-Abklappern den Sieg mit 11:3 im fünften Satz sicherte.

Auch Daniel Argut zeigte sich stark formverbessert und drehte im ersten Satz ein 4:10 gegen Fabian Pfaffe, woraufhin er sichtlich befreit aufspielte und dem favorisierten Kontrahenten in drei Sätzen das Nachsehen gab.

Litauer Nummer drei Andy Preidzius hatte ebenfalls einen guten Tag erwischt und ließ Florian Laskowski zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen. Zu konsequent agierte der flinke Litauer, der sich im Gegensatz zum Vortag auch keinerlei Schwächeperiode erlaubte.

Zurück ins Spiel fand der Gastgeber aus Jever wieder mit einem ungefährdeten Dreisatzerfolg von Kohlrautz über Hagenburgs Daniel Degener, der mit der kurzen Noppe seines Gegenübers nicht zurecht kam. Nun war Nils Bleidistel an der Reihe gegen den jungen Janek Hinrichs, der wirklich toll und vor allem abgeklärt und sicher spielte und den Halbzeitstand von 5:4 für den Gastgeber besorgte.

Abseits des spannenden Spielgeschehens sorgte die miserable Qualität des verwendeten Plastikballs für wenig Erheiterung. So hatte man nunmehr bereits ungefähr acht Bälle austauschen müssen bzw. zertreten und entsorgt, was natürlich mit der bereits beschriebenen Wiederholungsregel so gar nicht zusammen passte. Die Beteiligten waren sich einig, dass man in Verbindung mit der Ausfallquote dieses Balles im Grunde nach jedem verlorenen Ballwechsel die Plastikkugel kontrollieren könnte und es daraufhin in jedem Spiel einige Wiederholungen gäbe, die fast zwangsläufig zu Streitigkeiten unter den Akteuren führen würde.

Tischtennis wurde dennoch gespielt und das Spiel des Tages zwischen Milovanov und Juchna begeisterte alle Anwesenden. Absolut auf Augenhöhe präsentierten sich beide Akteure und letztlich war es Hagenburgs Einser, der sich spektakulär und hauchdünn in fünf Sätzen durchsetzte.

Auch zwischen Walaa El Din und Lesiv ging es sehenswert weiter. Der Ägypter musste mit allen taktischen Finessen aufwarten und mit einigen ungewohnt langen Pausen den Spielfluss des mittlerweile höchst konstanten Lesiv brechen , um diesen in der Verlängerung des Entscheidungssatzes endgültig zum Unglücksraben des Tages avancieren zu lassen. Mit so einer Leistung verliert man selbst oben nur selten beide Spiele in der Oberliga.

In der Mitte und auch unten gab es im zweiten Einzeldurchgang eine Punkteteilung, die ein dramatisches Schlussdoppel ermöglichte. Daniel Argut vergab einige Chancen zu weiteren Satzgewinnen gegen Laskowski in einem sehr taktischen Spiel, während Andy Preidzius absolut humorlos gegen Fabian Pfaffe den Anschluss wieder herstellte.

Eine tolle Leistung lieferte Nils Bleidistel ab, der gegen Kohlrautz überraschend wenig anfällig gegen die ungeliebte Kurznoppe des Gegners spielte und im fünften Satz auch offensiv immer wieder mutig punktete. Der daraus resultierende Sieg war gleichbedeutend mit dem 7:7-Ausgleich für die Seeprovinzler. Weniger auszurichten vermochte Daniel Degener gegen den jungen Hinrichs, der sicherlich auf Jeveraner Seite als Matchwinner bezeichnet werden dürfte. Eine einmal mehr nervenstarke Leistung des jungen Mannes sicherte der Heimmannschaft die Führung vor dem Abschlussdoppel.

Glücklicherweise fand sich trotz weiterer zerborstener Bälle noch ein Spielgerät, sodass einem Abschlussdoppel nichts mehr entgegen stand.

Passend zur hohen Qualität und intensiven Dramaturgie des gesamten Matches lieferten sich die beteiligten Akteure ein sehenswertes Duell mit leichten Vorteilen für Walaa El-Din und Milovanov, die Juchna und Preidzius mit brettharten Vorhand-Endschlägen immer wieder egalisierten. So musste eine erneute Kuriosität dieses Spiel entscheiden.  Gintas Juchna hatte soeben beim Stand von 1:2 und 9:10 Bällen aus Hagenburger Sicht mit einer tollen Vorhand den Ausgleich erzielt, als Gegenspieler Walaa El-Din reklamierte, dass Juchna den Ball mit dem Trikot berührt habe. Amüsanterweise hatte dies niemand sonst so gesehen, auch nicht der Jeveraner Stuhlschiedsrichter. So machte sich in der Halle Ratlosigkeit breit, welche von Gintas Juchna selbst beendet wurde, indem er unter Applaus und Zuspruch aller Anwesenden den Jeveranern die Hand gab und die Trikotberührung einräumte.

Somit war das TSV-Team zwar an einem unstrittig überaus verdienten Punktgewinn nach weit mehr als vier Stunden Spielzeit haarscharf vorbeigeschrammt, dennoch aber zufrieden mit seiner grandiosen Teamleistung an diesem Tag, nach der man dem weiteren Saisonverlauf optimistisch entgegen sehen kann.

Gintautas Juchna wird zudem vom Autor dieser Zeilen für seine herausragende Aktion zu Spielende für den Timo Werner-Fair Play-Preis vorgeschlagen.